"Wer ein Warum hat, dem ist kein Wie zu schwer." (Friedrich Nietzsche)
Günther Härter
Der gebürtige Münchner (1953) wuchs im Landkreis Starnberg auf und besuchte das Gymnasium in München. Anschließend lebte er viele Jahre als Bergführer in Garmisch-Partenkirchen, seit 25 Jahren ist er mit Familie in Landstetten im Landkreis Starnberg zuhause.
Bergsteigerische Stationen
Seine erste „Bergtour“ führte Günther Härter als Achtjähriger in Begleitung der Eltern zur Braunschweiger Hütte im Piztal durch. Mit 16 Jahren unternahm er erste extreme Klettertouren im 5. und 6. Grad und winterliche Gratüberschreitungen im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen. In den nächsten 25 Jahren folgten über 1000 extreme Fels-, Eis- und kombinierte Touren in den Alpen und in den Bergen der Welt, wo er zahlreiche Trekkings und Expeditionen leitete und dabei mehrere Sechs-, Sieben- und Achttausender bestieg.
Bergtouren (Auszug)
Wettersteingebirge
1973 Nördlicher Zundernkopf-Ostverschneidung, 1. Begehung.
1976 Schönangerspitze-Nordwand „Gruhl-Härter“, 1. Begehung.
1976 Schüsselkarspitze Ostsüdost-Wand „Schubert-Werner“, 1. Alleinbegehung.
1976 Öfelekopf-Südpfeiler „Werner-Kempa“, 1. Alleinbegehung.
1976 Oberreintaldom Nordwestwand „Brandler“, 1. Alleinbegehung.
Karwendel
1976 Martinswand „Fiedler-Flunger“, 1. Alleinbegehung.
1976 Laliderer Spitze-Nordverschneidung „Rebitsch-Lorenz“, mit Jim Bößenecker.
1977 Laliderer Spitze-Nordwand „Auckentaler“, mit Jim Bößenecker.
Dolomiten
1975 Große Zinne-Direkte Nordwand „Hasse-Brandler“, mit Bernd Kullmann.
1975 Westliche Zinne-Nordwand „Cassin“, mit Bernd Kullmann.
1976 Torre Trieste-Südwand „Carlesso-Sandri“, mit Fritz Heinlein.
1977 Cima Scotoni-SW-Wand, mit Claus Gehrke.
Wilder Kaiser
1975 Fleischbank-Neue Ostwand „Schubert“ VI A2, 1. Winterbegehung, mit Bernd Kullmann.
1976 Fleischbank-Ostwand „Schmuckkamin“, mit Reinhard Schiestl.
1979 Fleischbank-Ostwand "Pumprisse", mit Stefan Beulke und Toni Härtl
Ortler
1975 Ortler-Nordwand, mit Bernd Kullmann.
1977 Königspitze-Nordwand, mit Bernd Kullmann.
Westalpen
1975 Aiguille Noire de Peuterey-Südgrat, mit Jim Bößenecker, Klaus Werner und Franz Kühnle.
1976 Matterhorn-Nordwand, 6. Winterbegehung mit Willi Klimek.
1977 Montblanc du Tacul „Gervasutti-Pfeiler“, mit Bernd Kullmann.
1980 Eiger-Nordwand, mit Bernd Kullmann und Willi Klimek.
1981 Montblanc-Frêneypfeiler, an einem Tag, mit Stefan Beulke.
USA
1981 Bigwalls Nose und Salathé am El Capitan, mit Toni Härtl.
Expeditionen
1978 Mount Everest, 8848 m
Deutsch-französische Expedition im Nachmonsun. Günther Härter erreicht in der Lhotse-Flanke ca. 7300 m.
1982 Tilicho-Peak, 7134 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. 4. Besteigung, den Gipfel erreichen am 17. Oktober Günther Härter, Josef Hirtreiter, Adi Welsch, Ang Dorje Sherpa und Ang Pasang Sherpa.
1983 Denali / McKinley, 6193 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. Günther Härter steht am 23. Mai mit sechs Teilnehmern auf dem Gipfel, am nächsten Tag besteigen weitere drei Teilnehmer den Gipfel.
1983 Manaslu, 8163 m
2. Begehung der Manaslu-Südwand und 17. Besteigung. Als Organisator und Expeditionsleiter mit Freunden und Bergführerkollegen. Ziel war die erste Begehung des Südgrates. In 7500 Metern Höhe muss der Erstbegehungsversuch von Günther Härter, Uwe Schelhas und Ang Dorje im Höhensturm abgebrochen werden. Anschließend erfolgt aus dem Schmetterlingstal im Alpinstil die zweite Durchsteigung der Südwand. Den Gipfel erreichen am 22. Oktober bei orkanartigem Höhensturm und klarer Sicht: Ang Dorje, Nima Rita, Günther Härter, Hubert Wehrs, Hermann Tauber und Herbert Streibel. Wenige Minuten zuvor hatte der Südkoreaner Huh Yang Ho, alleine über den Normalweg kommend, den Gipfel erreicht. Franz Seeberger und Peter Geyer verzichteten am Morgen des Gipfeltages im Lager auf 7400 Meter Höhe auf den sicheren Gipfel und brachten einen höhenkranken Teilnehmer sicher zum Wandfuß hinunter. (Artikel im Alpenvereinsjahrbuch Berg 1985, Seite 143)
1984 Baruntse, 7220 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. Günther Härter und 14 von 16 Teilnehmern erreichen an drei aufeinander folgenden Tagen den Gipfel und führen damit die 15. bis 17. Besteigung durch.
1985 Shivling, 6543 m
Als Expeditionsleiter der zweiten Trainingsexpedition des Deutschen Alpenvereins (DAV). Alle Teilnehmer erreichen den formschönen Gipfel im indischen Garwhal-Himalaja: Am 23. September Günther Härter, Georg Reindl, Heinz Schauer, Helmar Aßfalg, Peter Helmreich, Thomas Hochholzer und Ralf Dumjovits, einen Tag später Uwe Bischoff alleine und am 26. September Jürgen Knappe, Toni Härtl, Rainer Bolesch und Stefan Schachtl. Es war die 8.,9. und 10. Besteigung des "Indischen Matterhorns".
1986 Dhaulagiri, 8167 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. Den Gipfel erreichen am 3. Mai Günther Härter und Sepp Hirtreiter. Am 5. Mai besteigen Walter Larcher, Willi Odenthal und Lutz Pfleging den Gipfel. 29. und 30. Besteigung.
1987 Aconcagua, 6963 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. Günther Härter geht vom letzten Lager auf 6200 m an zwei aufeinander folgenden Tagen mit zwei Teilgruppen zum Gipfel, dabei erreichen 16 von 19 Teilnehmer den höchsten Punkt.
1988 Doppelexpedition Shisha Pangma, 8046 m, und Cho Oyu, 8201 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. Günther Härter organisiert und leitet die erste Expedition zu zwei Achttausendern in Tibet. Beim Aufbau von Lager 2 auf 6300 m stürzt Härter ca. 20 Meter tief in eine verdeckte Gletscherspalte und wird verletzt in das Basislager abtransportiert. Vom 13. bis 19 Mai erreichen 15 Teilnehmer den Gipfel der Shisha Pangma: Klaus Gürtler, Peter Konzert, Tillmann Fischbach, Edward Bekker (Westgipfel), Bernd Kullmann, Adolf Metzger, Klaus Schuhmann, Herta Og, Thomas Hochholzer, Hans Bärnthaler, Jürgen Schütz, Wolfgang Kunzendorf, Dieter Thomann, Walter Hölzler und Peter Kuge (beide Westgipfel). Der Wechsel in das „Fahrerlager“ am Cho Oyu auf 4900 m erfolgt am 25. Mai. Von dort weg wurde der Cho Oyu im Alpinstil in drei voneinander unabhängigen Gruppen angegangen. Als erste Gruppe erreichen am 30. Mai den Gipfel: Klaus Gürtler, Peter Konzert und Tillmann Fischbach. Günther Härter, Bernd Kullmann und Adolf Metzger müssen einen Tag später auf 7700 m im Höhensturm umkehren. Am 3. Juni erreichen Hans Bärnthaler, Wolfgang Kunzendorf und Dieter Thomann den Gipfel.
1989 Ama Dablam, 6856 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. Den Gipfel, das "Wahrzeichen" im Everest-,Khumbu-Gebiets besteigen über den Südwestgrat am 22. Oktober Günther Härter, Peter Konzert und Kim Dehn, zwei Tage später Klaus Gürtler, Hildegard Wolfsgruber, Dieter Porsche, Wolf-Dieter Jarisch und Lothar Reiser.
1990 Cho Oyu, 8201 m
Als Expeditionsleiter zusammen mit Sigi Hupfauer für den DAV Summit Club. Die erste Gipfelgruppe, Günther Härter, Dieter Porsche, Reinhard Müller, Gottfried Lindebner und Walter Treibel erreicht am 19. Mai das in Wolken verhüllte Gipfelplateau, welcher Punkt exakt erreicht wurde, ist nicht bekannt. Sigi Hupfauer führt am 26. Mai mit Sherpa Nawang 13 Teilnehmer zum höchsten Punkt. Auf dem Gipfel stehen: Gabi Hupfauer, Gerhild Kurze, Berthold Hochstuhl, Peter Blank, Gerhard Binder, Werner Funkler, Harald Rössner, Uwe Schmitz, Franz Stark, Josef Tschofen, Klaus Westphal, Karl Zöll und Udo Zehetleitner.
1991 Shisha Pangma, 8046 m
Als Expeditionsleiter für den DAV Summit Club. Den Hauptgipfel erreichen am 20. Mai Günther Härter, Kurt Hecher, Theo Fritsche, Ottilie Dörrich, Dieter Porsche und Herwig Schnutt.
Berufliche Stationen
1974 Prüfung zum Heeresbergführer, bis 1978 als Ausbilder für Heeresbergführer tätig
1976 Prüfung zum staatlich geprüften Berg- und Skiführer
1977 bis 1982
Mitarbeit im DAV-Ausbildungsreferat, als Ausbilder und Prüfer für die DAV-Hochtourenführer / Fachübungsleiter
1979 bis 1982
Weltweite Tätigkeit als Berufsbergführer für den DAV Summit Club. Alpen, vielfach Nepal, mehrfach Kilimandscharo, Mexiko, Ecuador, Kanada, Borneo, Philipinen, Indien
1979 bis 1985
Mitglied des Bergführerlehrteams (Ausbilder und Prüfer)
1982 Eintritt in die DAV Summit Club GmbH. Leitung Alpenprogramm und Expeditionen
1981 bis 1983
Autor der 3. Auflage des Alpenvereinsführers Wetterstein, zusammen mit Stefan Beulke
1991 bis 2003 Stellvertretender Geschäftsführer DAV Summit Club GmbH
1993 Gründung von LANDSTETTENER-BALLONFAHRTEN, zusammen mit Peter März
2004 bis 2007 Geschäftsführer DAV Summit Club GmbH
Seit 2009 Leiter und Inhaber von TOP MOUNTAIN TOURS
Ehrenamtliche Tätigkeiten
1984 bis 1986
Mitglied des DAV Verwaltungsausschusses als Referent für Bergsteigen, Ausbildung und Sicherheit. Zeitgleich war Dr. Heinz Röhle als Referent für Natur- und Umweltschutz im DAV Verwaltungsausschuss tätig. Der damalige Erste Vorsitzende, Dr. Fritz März März, prägte den Spruch: „Wir lassen uns nicht hinausschützen“.
1984 bis 1986
Vorsitzender der Ausbildungskommission des Fachsportlehrers "Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer"
Seit 2008 2. Vorsitzender des Verbandes Deutscher Berg- und Skiführer e.V. (VDBS)
Weitere Reisen (Auszug)
2010
Marokko, Hoher Atlas, Jebel Toubkal, 4167 m, Besteigung mit Ski
2009
Kaukasus, Elbrus, 5642 m, Besteigung mit Ski
Spanien, Extremadura
Türkei, Ararat, 5165 m
2008
Patagonien - Feuerland
Antarktische Halbinsel
Nepal - Indien
China, Wüste Gobi
Osttibet, Amnye Machen
Spanien, Andalusien, Costa Blanca
Teneriffa und Gomera
2007
Italien - Sardinien
Portugal - Madeira
Jemen mit Sokotra
2006
Nepal, Khumbu, Annapurna
MTB-Transalp
2001
Nepal, Makalu-Kantsch-Trekking
2000
Norwegen - Lofoten
1997
Thailand
1999
Marokko
1996
Nepal - Wintertrekking Everestgebiet
1995
Kasachstan - Tien Shan
1993
Tibet - Pioniertrekking Kharta-Everest Basislager
Sri Lanka
1991
Nepal - neue Trekkingroute
1987
Kenya-Tansania - Umrundung Mount Kenya und Kilimajaro
1982
Nepal - Hongu-Trekking
1981
Kanada - Pioniertrekking
Borneo - Philippinen
Nepal - mehrere Trekkings
1980
Nepal - Indien mehrere Trekkings
1979
Nepal - Trekking Makalu Basecamp
Tansania - Kilimanjaro
Mexiko mit Popocatepetl, Ixtaccihuatl und Pico de Orizabo
Ecuador mit Chimborazo und Cotopaxi
Algerien - Sahara mit Hoggar
"Die Reise gleicht einem Spiel;
es ist immer Gewinn und Verlust dabei,
und meist von der unerwarteten Seite;
man empfängt mehr oder weniger, als man hofft.
Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar:
sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet."
(Johann Wolfgang von Goethe)
|